Katzenhausen

Man kann auf vieles verzichten, nur nicht auf Katzen und Bücher

Sind Katzen "reise-tauglich"?

Seit vielen Jahren verbringen wir unseren Urlaub in Ferienhäusern in           Dänemark, und die Katzen begleiten uns. Schließlich hat man dann am meisten Zeit -  warum sollten die Tiere da zu Hause bleiben?                 

An's Autofahren hatten sie sich gut gewöhnt, im "Reise-Kennel" konnte man offenbar prima schlafen. Zugegeben, beim Gepäck ist es manchmal so, dass wir mehr für die Katzen als für uns mitnehmen. Immerhin fahren mit uns zweiKatzentoiletten, Streusäcke, Futtervorräte, Spielsachen, Bürsten, Kämme und natürlich ein Kratzbaum. Außerdem haben wir genügend Bettlaken und Wolldecken "an Bord", damit wir Möbel vor Katzenhaaren schützen können. Wir buchen natürlich nur Ferienhäuser, in denen Haustiere erlaubt sind. Da dort ja dann immer vorher auch schon andere Tiere waren, hat die Bande in den ersten Tagen im Ferienhaus natürlich genug damit zu tun, auf kätzisch "Zeitung zu lesen" - also alles abzuschnüffeln. Wir haben nicht das Gefühl, unseren Katzen mit diesen Urlaubsreisen zu schaden oder ihnen zuviel Stress zu bereiten - im Gegenteil - wir glauben, dass ihnen dieser Ortswechsel auch gut tut.

In diesem Jahr werden wir das erste Mal mit fünf Katzen verreisen. Ich mag noch nicht so wirklich an das Packen denken, aber wir sind sehr gespannt, ob sich Aragon und Careful auch zu Reisekatzen entwickeln werden. Ich werde an dieser Stelle auf jeden Fall berichten.

Also - wer sich bisher nicht getraut hat, seine Katze mitzunehmen - nur Mut - es geht! Wir stehen auch gern mit Rat und Tipps zur Verfügung. Einen Bericht über unseren Weihnachtsurlaub mit fünf Katzen, gibt es weiter unten.

Update am 10.07.2011: Nur der Vollständigkeit halber möchte ich berichten, dass wir zur Zeit nicht mehr wegfahren. Leider hat sich Einstein zum absoluten "Kennel-Gegner" entwickelt. Er hasst es, eingefangen zu werden. Also verbringen wir unsere Urlaube jetzt zu Hause. Das ist nicht unbedingt das Schlechteste *gg* - als berufstätiges Paar haben wir ja nicht so wirklich viel von unserem Zuhause. Das ist jetzt anders - wir genießen auch die Urlaubstage, die wir hier gemeinsam mit unseren Katzen verbringen.

Unser Weihnachtsurlaub

Wir haben es tatsächlich gewagt - Urlaub mit fünf Katzen!

Wir hatten Anfang Januar 2007 ein Ferienhaus in unserem Lieblingsort in Dänemark gebucht. Da hatten wir Bella, Paulinchen, Gipsy und unseren Aragon. „Na ja, mit 4 Katzen wird man wohl doch noch in Urlaub fahren können“ dachten wir. Allerdings bekam unsere Katzentruppe dann im Sommer ja noch Verstärkung. Careful, Aragons kleine Schwester, zog bei uns ein. Der Urlaub war aber gebucht und konnte auch nicht mehr abgesagt werden…. Also mahnte mich mein lieber Mann mehr als 1 x (ich glaube eigentlich, er tat es fast täglich), mich beim Packen wirklich auf das Nötigste zu beschränken. Das ist für eine Frau ja sowieso überhaupt kein Problem – die paar Sachen, die man braucht……..

Außerdem wollten wir ja nicht mit einem Mini-Auto fahren, sondern mit unserem geräumigen Kombi. Je dichter der Urlaub heranrückte, umso eindringlicher wurden seine Mahnungen und umso mehr übte ich mich gedanklich im Beschränken. Gott sei Dank braucht man für einen Ferienhausurlaub ja nun wirklich keine große Garderobe – das Cocktailkleid konnte also auf jeden Fall zu Hause bleiben (so was besitze ich allerdings sowieso nicht).

Wie immer haben wir es geschafft, unsere Klamotten in einen Koffer zu zwängen. Sogar die Handtücher paßten noch mit hinein. Nur die Bettwäsche mußte als Stopfmaterial im Kofferraum dienen. Dazu kamen noch 3 Klappkisten mit all dem Zeug, was man so braucht. Vom Dosenöffner über die Eieruhr und Pfeffermühle bis hin zu den Büchern, CDs, Kaffee usw. usw.

Die 4. Klappkiste war dann für die Katzendinge reserviert. Die Näpfe für Essen und Trinken, die Napfunterlagen, Futter (TroFu und Dosen, natürlich in reichlicher Auswahl und diversen Geschmacksrichtungen. Woher soll ich denn vorher wissen, worauf die Herrschaften im Urlaub Appetit hätten), Spielzeug, Kämme, Bürsten, Leckerlies – also einfach so die Essentials, die Katz so braucht auf Reisen. Dazu dann noch 2 KaKlos, 3 Säcke Streu und - last but not least - der kleine Reise-Kratzbaum in seinem Karton. Dazu dann noch das Equipment, um im Ferienhaus Betten, Sofas und Sessel von Katzenhaaren einigermaßen freihalten zu können, diverse Decken und Bettlaken.

Als wir alles im Wohnzimmer zusammengetragen hatten, kamen sogar in mir als ausgesprochener Optimistin die ersten leisen Zweifel auf, ob wir dieses Feldlager jemals in unser Auto kriegen würden. Gern hätte ich auch noch mein Kopfkissen mitgenommen – ich hab’s lieber nicht laut ausgesprochen – mein Mann sah mich sowieso schon immer so merkwürdig an…..

Dazu kamen dann am Abreisetag natürlich noch die 2 Kennel, denn unsere Katzen reisen immer in stilechter „Verpackung“. Unser alter Kennel, von den Ausmaßen her das Modell „mittlerer Schäferhund“ , hatte für die 3 Perser immer genügend Platz geboten. Eigentlich hätten die drei darin auch noch munter Leibesübungen durchführen oder Schlittschuhlaufen können. Aber unsereiner kann sich ja in seinem Autositz auch bewegen – das sollte doch wohl für die Tiere auch drin sein. Wohin aber mit Aragon und Careful. Für 5 Katzen wäre sogar dieser Kennel zu klein gewesen. Wir hatten ja aber noch unseren ersten Kennel, den mussten unsere beiden „Waldschrate“ sich also teilen.

Und dann, am 22.12., hatten wir unser vorgezogenes Weihnachtswunder. Es paßte tatsächlich alles ins Auto. Um 6 Uhr waren wir aufgestanden und "schon" um 11 Uhr abreisebereit – perfekt. Die Katzen waren wirklich lieb – kein Gemaunze und Gezicke drang zu uns, sie hatten sich offenbar damit abgefunden, dass sie eingesperrt worden waren.

Im Ferienhaus angekommen, trugen wir die beiden Kennels erst einmal ins Badezimmer, schlossen die Tür hinter uns und hoben uns dann gemeinsam einen Bruch beim Auspacken des Autos. Als alles im Haus war, wurden die Katzen feierlich ins Wohnzimmer getragen und die Türen der „Autogefängnisse“ geöffnet. Bella, Paulinchen und Gipsy – unsere drei „Reise-Perser“ kamen aus ihrer Box und begannen sofort, alles abzuschnüffeln. Aragon und Carrie saßen in ihrem Käfig und guckten uns mit großen Augen an. Aragon als „ganzer Kerl“ machte dann einen Versuch und setzte die Pfoten auf das unbekannte Terrain. Sehr vorsichtig sah er sich alles an. Bei jeder Bewegung, die wir machen, zuckte er zusammen und sah sich verschreckt um. Wir standen also dann einfach stocksteif im Wohnzimmer unseres Ferienhauses – was tut man nicht alles für die Fellis? Careful machte ihrem Namen alle Ehre und schaute vorsichtig aus dem Kennel.

Dann kam uns die geniale Idee, mit einem der mitgebrachten Lieblingsspielzeuge zu wedeln. Und – zack – war Fräulein Careful wieder der wilde Feger und fetzte durchs Zimmer. Aragon spielte mit, und die Perser standen da mit Fragezeichen auf den Köpfen, was denn diese wilde Bande nun wieder anstellte.  Das Eis war aber gebrochen. Und auch unsere Norweger-Gang begab sich auf Erkundungstour.

Die Katzen lasen ausgiebig ihre Zeitungen – sprich, sie schnüffelten jede Ecke ab, jede Wand wurde genauestens begutachtet, alle Zimmer wurden untersucht. Danach waren unter keinem Möbelstück mehr Staubflocken zu finden – unsere kleinen, lebendigen Staubwedel hatten alles mitgenommen.

Im oberen Stockwerk waren Holzdielen-Böden. Dementsprechend war auch die Geräuschkulisse; Geräusche, die sie von zu Hause gar nicht kannten. Damit hatte Aragon in den ersten paar Tagen so seine Probleme. Er zuckte immer zusammen, wenn sich einer von uns oben bewegte. Aber auch das hat er gemeistert – schließlich ist er ja ein verwegener Waldkater.

Schon in der ersten Nacht wurde unser Bett zum Lieblingsplatz auserkoren. Wir hatten Mühe, uns selbst überhaupt noch ausstrecken zu können – aber auch hier erwiesen wir uns wieder einmal als echte Katzenverrückte – Hauptsache, die Katzen hatten es gemütlich. Was allerdings zur Folge hatte, dass wir mehr als einmal morgens irgendwie verknotet aufwachten und erstmal unsere Knochen sortieren mussten, bevor wir unfallfrei die Treppe heruntergehen konnten.

Fazit der Reise ist: Unsere drei „Gemüts-Perser“ haben wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie absolut urlaubstauglich sind. Ankommen und sich wohlfühlen, scheint ihre Devise zu sein. Und die verwegene Norweger-Gang hatte doch die ersten Tage mit sich zu kämpfen, ob Urlaub nicht vielleicht doch mal wieder so eine verschrobene Erfindung der Menschen sei. Für uns bedeutete dieser Urlaub allerdings einmal mehr, ganz viel Zeit für die Fellnasen zu haben und uns gut erholen zu können.

Da wir allerdings mittlerweile zu Hause auch noch 5 Aquarien stehen haben, die wir unserer Nachbarin „aufhalsen“ mussten, war das wohl fürs Erste unser letzter „Reise-Urlaub“.

Trotzdem kann ich nur immer wieder sagen, dass Katzen nicht reise-untauglich sind. Wer also noch mit dem Gedanken spielt und nicht ganz schlüssig ist – wenn das Auto groß genug ist, ist auch so ein Urlaub nicht unmöglich.